Prepaid Kreditkarte

Erst aufladen, dann bezahlen: Dieses Prinzip gilt schon lange nicht mehr nur im Mobilfunk. Seit einigen Jahren erobern Prepaid-Kreditkarten den deutschen Markt. Ihr Alleinstellungsmerkmal: Sie sind ohne die sonst übliche Prüfung von Bonität und Einkommen für praktisch jedermann erhältlich.

Ohne Kreditkarte ist das Leben im 21. Jahrhundert unnötig schwer: Lassen sich alltägliche Zahlungen im Geschäft oder im Restaurant noch mit Bargeld bewältigen, geht spätestens bei Online-Zahlungen nichts mehr. Für einen wachsenden Personenkreis in Deutschland aber ist es kaum noch möglich, an eine Kreditkarte zu gelangen. Banken stellen Verbrauchern mit einer so genannten negativen Zahlungshistorie keine Karte aus, weil ihnen das Risiko eines nicht ordnungsgemäßen Vertragsverhaltens zu hoch ist. Hinter der negativen Zahlungshistorie verbirgt sich ein Eintrag im Datenbestand der Schutzgemeineschaft für allgemeine Kreditsicherung (kurz: Schufa) über einen geplatzten Kredit, eine uneinbringliche Handy-Rechnung oder ähnliche Vorfälle.

Prepaid-Karten stellen die Versorgung für alle sicher

Ist ein solcher Schufa-Eintrag einmal vorhanden, stoßen Betroffene bei Banken für mehrere Jahre auf geschlossene Türen. Prepaid-Kreditkarten schaffen hier Abhilfe: Sie sind nicht mit einem durch die Bank garantierten Verfügungsrahmen ausgestattet. Bezahlen kann der Karteninhaber nur dann, wenn sich auf dem Kartenkonto ausreichend Guthaben befindet. Dieses kann per Überweisung dorthin transferiert werden.

Da kein Kreditrahmen gewährt wird, besteht für die Bank auch kein Ausfallrisiko. Deshalb verzichten die Geldhäuser auf die sonst übliche Bonitätsprüfung. Eine Schufaauskunft ist zur Ausstellung einer Kreditkarte auf Guthabenbasis ebenso nicht erforderlich wie ein Einkommensnachweis. Die Karten sind somit für praktisch jedermann erhältlich. Waren es zu Beginn des Jahrzehnts noch vorwiegend kleinere Institute oder solche mit einem Sitz im Ausland, die Prepaid-Kreditkarten zur Verfügung stellten, finden sich heute unter den Anbietern auch Großbanken wie die Postbank oder die Landesbank Berlin-Brandenburg.
Die Karten unterscheiden sich grundsätzlich nicht von anderen Karten –sie lassen sich weltweit an Millionen Akzeptanzstellen zum bargeldlosen Zahlen einsetzen. Sofern sie mit einer persönlichen Geheimzahl ausgestattet sind, können Karteninhaber auch Bargeld am Automaten beziehen, sofern das Guthaben ausreicht.

Es muss allerdings gesagt werden, dass die Akzeptanz von Karten auf Guthabenbasis nicht so gut ist wie die gewöhnlicher Kreditkarten. Probleme treten immer dann auf, wenn die Zahlstelle während der Transaktion nicht das Kartenlimit prüft – dann wird die Transaktion verweigert. Durch die zunehmende weltweite Verbreitung wird sich dieser Mangel aber über kurz oder lang selbst beheben.

Prepaid-Karten bieten in vielen Fällen Anschluss an innovative Zahlungsverkehrssysteme: So kann etwa bei bestimmten Zahlstellen Bargeld auf das Konto eingezahlt werden. Diese Zahlstellen sind oft an Orten wie Internetcafés zu finden, so dass das Aufladen der Karte auch in den Abendstunden in Echtzeit möglich ist. Auch die Karte des Mobiltelefons kann über viele Prepaid-Kreditkarten aufgeladen werden.

Hohe Gebühren als Wermutstropfen

Ein echtes Manko fast aller Prepaid-Kreditkarten sind die ungünstigen Konditionen. Diese sind nicht etwa einem höheren Aufwand für Bank oder Kartengesellschaft, sondern ausschließlich dem höheren Spezifikationsgrad der Klientel zuzuschreiben. Die durchschnittliche Jahresgebühr für eine Kreditkarte auf Guthabenbasis liegt bei etwa 40 bis 50 Euro, wobei sich eine recht große Spanne zwischen den einzelnen Anbietern etablieren konnte.

Hinzu kommen mitunter recht hohe nutzungsabhängige Entgelte – besonders die Kosten für Barverfügungen fallen hier ins Gewicht. Gebühren werden immer mit bestehendem Guthaben oder künftigen Einzahlungen verrechnet -eine Zahlungsaufforderung von der Bank sollten Karteninhaber deshalb nicht bekommen.

Prepaid-Kreditkarten werden sich in den kommenden Jahren noch deutlich weiterentwickeln. Schon jetzt existieren Angebote, die mit einer zusätzlichen Girokontofunktion ausgestattet sind. Diese ermöglicht zusätzlich das Anweisen und Empfangen von Geld im innereuropäischen Zahlungsverkehr – ausschließlich auf Guthabenbasis versteht sich. Es ist zu erwarten, dass Verbraucher schon bald Komplettlösungen für den Zahlungsverkehr nutzen können, mit denen dann auch ausgehende Lastschriften und Zahlungen mit Maestro-Chip möglich sind. Auch die Kosten dürften in der Zukunft – aufgrund des wachsenden Konkurrenzkampfes der Banken untereinander – nach unten tendieren.

Auch ohne Schufa erhältlich

Prepaid Kreditkarten kommen ganz ohne Schufaprüfungen aus. So können selbst Minderjährige, oder Menschen mit schwacher Bonität eine Kreditkarte beantragen. Besonders empfehlenswert ist die Prepaid-Kreditkarte ohne Schufa von Payango.